Auf der Suche nach Argumenten: Philosophie in arabischsprachigen Bildungs- und Kulturzeitschriften von 1967 bis 2000

Verantwortliche Dr. Kata Moser
Trägerschaft Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Phililogie
Betreuung Prof. Dr. Anke von Kügelgen
Finanzierung Schweizerischer Nationalfonds, Theodor-Schenk-Fonds

Dieses Vorhaben reiht sich thematisch in die Forschung zur zeitgenössischen arabischen Philosophie und zum arabischen Zeitschriftenwesen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Ziel des Vorhabens ist es, das Profil der Philosophie in arabischsprachigen philosophischen Fachzeitschriften, präziser in den Zeitschriften der arabischen philosophischen Gesellschaften, zu ermitteln.

Der Untersuchungszeitraum des Vorhabens umfasst die Jahre 1967 bis 2000. In diesem Zeitraum etablieren sich die Zeitschriften der philosophischen Gesellschaften als Plattformen, ihre akademische Tätigkeit zu präsentieren und einem internationalen Fachpublikum zugänglich zu machen. Das Ende des Untersuchungszeitraums ist markiert durch den Einbruch des Internets und den damit einhergehenden neuen Publikationsformen, was hier allerdings nicht mehr berücksichtigt wird. Auf philosophischer Ebene bedeutet das Jahr 1967 eine Zäsur im Denken der arabischen Welt, das sich fortan nicht mehr mit historisch ausgerichteten Arbeiten zufrieden geben will sondern sich einer starken Selbstkritik übt. Entgegen der anfänglichen Vermutung, in der zeitgenössischen arabischen Philosophie würden gesellschaftliche und weltpolitische Veränderungen reflektiert, zeigt sich jedoch, dass die akademische Philosophie, zu der die untersuchten Fachzeitschriften gehören, auch nach 1967 nach wie vor stark von historischen Themen und Fragestellungen geprägt ist und sich vor allem in innerphilosophischen Debatten und nur indirekt für gesellschaftliche Belange engagiert.

Methodisch orientiert sich das Vorhaben an Verfahren der inhaltlichen und formalen kritischen Textanalyse. Diese nimmt einerseits auf der Ebene des untersuchten Korpus’ insgesamt einen Überblick über die Philosophie in den untersuchten Zeitschriften vor, der die Vielfalt der Themen und Ausrichtungen und darin erkennbare Schwerpunkte darstellt. Andererseits wird ein inhaltlicher Schwerpunkt im Detail untersucht und die darin enthaltenen philosophischen Argumentationslinien und Erkenntnisinteressen herausgestellt. Bei diesem Schwerpunkt handelt es sich um die Rezeption von Martin Heidegger (1889-1976).

Das Vorhaben versteht sich in erster Linie als Beitrag zur Philosophiegeschichtsschreibung und zur Erforschung der Gegenwartsphilosophie in der arabischen Welt. Die Bearbeitung arabischsprachiger philosophischer Zeitschriften als Quelle stellt dabei eine neue Herangehensweise an den Gegenstand dar und verspricht, die Themenschwerpunkte der zeitgenössischen arabischen Philosophie, ihre Entwicklungslinien sowie ihre gesellschaftliche Präsenz besser zu erfassen als die bisherigen Zugänge.