Mitleid und Spott: Der Diskurs über die Armen in der arabisch-islamischen Kultur

Durchgeführt von Dr. Thomas Herzog

Trägerschaft: Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie

Finanziert durch kantonale Mittel

Zusammenfassung

Der Diskurs über die Armen und die Armut in der arabisch-islamischen Kultur ist ein doppelter: einerseits hat sich ausgehend von Koran und hadîth ein von Mitleid und Fürsorge geprägter Diskurs über die Armen mit einer ausdifferenzierten Terminologie und Handlungslehre herausgebildet. Andererseits ist ein ganz anderer Diskurs über die Armen zu beobachten, der in unterhaltsamer und amüsierter Manier die Listen und Schlichen wirklicher oder nur vermeintlicher Armer, insbesondere Bettler und Gauner, ausbreitet.
Das Phänomen dieses doppelten Diskurses über die Armen zu beleuchten, das die gesamte klassische Zeit bis in die Vormoderne durchzieht, ist das Anliegen dieses Habilitationsprojektes. Es fragt wesentlich nach der Motivation und Funktion der unterschiedlichen Diskurse über die Armen und will insbesondere die offenbare Faszination für die „falschen Armen“, die sich in gelehrten wie populären Quellen immer wieder findet, ergründen.