• 2003-2009: Studium der Allgemeinen Geschichte, der Arabischen Sprach- und Literaturwissenschaft und Politikwissenschaft an der Universität Zürich, mit Sprach- und Forschungsaufenthalten in Kairo, Ägypten und Fes, Marokko; Titel Lizentiatsarbeit: „Schlafende Schwangerschaften in Marokko. Die Bedeutung eines sozialen Konstrukts während der Protektoratszeit, 1912-1956“
  • 2009-2012: Doktorandin an der Universität Zürich und am St Cross College, Oxford University; zweijähriges SNF-Stipendium für angehende Forscher; Titel Dissertation: „The Hidden Patients: North African Women in French Colonial Psychiatry, 1883-1962“
  • 2013-2017: Projekt „Colonisation through the Drinking Glass: The Medicalisation of Drinking Habits in French North Africa”
  • 2013: Bachelor-Kolloquium am Historischen Institut, Universität Zürich; „Wahnsinn in Nordafrika: Gender, Rasse und Religion in den Schriften der französischen Kolonialpsychiatrie“
  • 2015: viermonatige „Visiting Fellowship“ an der Universität Marburg, als Teil des Projektes „Re-Konfigurationen“
  • Kolonialgeschichte Nordafrikas
  • Medizin- und Psychiatriegeschichte
  • Drinking Studies
  • Gender Issues
Verantwortliche Dr. Nina S. Studer
Trägerschaft Historisches Seminar der Universität Zürich
Betreuung Prof. Dr. Gesine Krüger (Universität Zürich) und Dr. habil. Jan-Georg Deutsch (Universität Oxford)
Finanzierung Schweizerischer Nationalfonds

The Hidden Patients: North African Women in French Colonial Psychiatry, 1883-1962

  • Die englischsprachige Studie widmet sich Fragen der Genderforschung und der Medizingeschichte im kolonialen Nordafrika. Sie zeigt, dass französische Psychiater „normale“ und „abnormale“ Verhaltensweisen der Kolonisierten im Maghreb beschrieben und sie mit denjenigen von Europäern verglichen, die sie mit „Abnormalität“ diagnostiziert hatten. Dabei behaupteten viele Ärzte, dass muslimische Frauen selten „verrückt“ wurden und dass darum Musliminnen nur einen vernachlässigbaren Prozentsatz der Patienten der französischen Kolonialpsychiatrie ausmachten. Aufgrund dieser Annahme räumte man muslimischen Patientinnen in den Quellen vergleichsweise wenig Platz ein, auch wenn Fallstudien und Statistiken klar zeigen, dass es sich dabei um eine imaginäre Abwesenheit handelte, die den Alltagserfahrungen der Psychiater klar widersprach.

Dissertation

  • The Hidden Patients: North African Women in French Colonial Psychiatry. Wien/Köln/Weimar 2015. Vol. 8. Zürcher Beiträge zur Geschichtswissenschaft.

Artikel

  • The Green Fairy in the Maghreb: Absinthe, Guilt and Cultural Assimilation in French Colonial Medicine. In: The Maghreb Review. Vol. 40, No 4 (2015). 493-508.
  • Absinth und Körper: Wirkungen der Grünen Fee im kolonialen Algerien. In: Bulletin der Schweizerischen Gesellschaft Mittlerer Osten und Islamische Kulturen. Vol. 40 (Spring 2015). 42-5.
  • ‘Was trinkt der zivilisierte Mensch?‘ Teekonsum und morbide Normalität im kolonialen Maghreb. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte. Vol. 64, No 3 (2014). 406-24.
  • ‘Will There Be Any Long Term Effects?’ The Power of Psychiatry in French Colonial North Africa. In: The Maghreb Review. Vol. 39, No 3 (2014). 347-68.
  • Die Pathologisierung des Maghrebs: Der Einfluss der französischen Psychiatrie auf koloniale Berichte über schlafende Schwangerschaften. In: Historische Anthropologie. Vol. 21, No 1 (2013). 126-40.
  • ‘Pregnant with Madness‘: Muslim Women in French Psychiatric Writing about Colonial North Africa. In: The Maghreb Review. Vol. 35, No 4 (2010). 429-52.

In Bearbeitung

  • Artikel: Coffee Drinking as a Military Strategy: The Discourse around the Service Rendered by Coffee in the French Conquest of Algeria.
  • Artikel: Muslim Lemonade: Civilisation and Stratagems of Champagne Consumption in the Colonial Maghreb.
  • Artikel: Colonial Poison: The Imagined Morbidity of Absinthe in 19th Century Algeria.
  • Artikel: In Zusammenarbeit mit Zuher Jazmati: Racialising 'Oriental' Manliness: From colonial Contexts to Cologne.
  • Kapitel Sammelband: The Same Drink? Wine and Absinthe Consumption Among French and Muslim Groups in Nineteenth Century Algeria.