Titelbild: Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie

Das Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie in Bern verbindet die fachliche Stringenz der textorientierten Islamwissenschaft mit der Expertise der Area Studies und postkolonialer Ansätze. Das Institut ist auf historische und sozialwissenschaftliche Methoden spezialisiert und befasst sich insbesondere mit Gender- und Sexualitätsforschung, Rechtsgeschichte, Arbeitsgeschichte, Forschung zu Medien und politischen Bewegungen, Transnationalismus und Migrationsstudien. Geographisch liegt der Schwerpunkt auf dem Nahen Osten, chronologisch auf der Moderne und der Gegenwart.

Das Institut bietet einen BA-Studiengang in Islamic and Middle Eastern Studies sowie zwei MA-Studiengänge an, von denen sich einer auf die Sozial- und Kulturgeschichte moderner islamisch geprägter Gesellschaften und der andere auf Middle Eastern Studies konzentriert. Auf der Ebene der Doktorierenden und Postdoktorierenden ist das Institut an mehreren interdisziplinären und interuniversitären Postgraduiertenprogrammen beteiligt. Auf allen Studienebenen ermutigen wir die Studierenden, die Region aus einer postkolonialen Perspektive zu betrachten und die Grenzen der weit verbreiteten und limitierten europäischen Sichtweise auf die Region zu überschreiten.

Wir legen großen Wert auf das Erlernen der Sprachen der Region, insbesondere Arabisch, Persisch und Türkisch. Mit der Betonung der Sprache tragen wir der Tatsache Rechnung, dass die MENA-Region (Middle East and Nord Africa) durch ein hohes Mass an kultureller Vielfalt gekennzeichnet ist und war, was sich auch in der sprachlichen Situation widerspiegelt. Sprachkompetenz, wie sie unser Institut betont, beruht nicht auf einer Auffassung von Sprache ausschliesslich als Gegenstand der Philologie. Mit Sprachkenntnissen werden den Studierenden Mittel an die Hand gegeben, um sich ein gänzlich anderes Bild des Nahen Ostens und Nordafrikas zu erschliessen.

Im Jahr 2022 wird das Institut seinen Namen in «Institut für Studien zum Nahen Osten und zu muslimischen Gesellschaften» (ISNO) ändern. Mit der Wahl unseres neuen Namens wollen wir Bezüge zu den Area Studies und den Fokus auf den Nahen Osten betonen, wobei wir uns nicht nur auf die «normativen» Aspekte des Islams konzentrieren, sondern auch auf die Geschichte, die Kultur und das Alltagsleben in islamisch geprägt Gesellschaften.